Cloud & Hosting

Cloud Disaster Recovery

So sichern Sie Ihre IT richtig ab

Ransomware-Angriffe, komplexe IT-Strukturen und Risiken wie Stromausfälle oder Hardware-Probleme führen immer wieder zu Ausfällen kritischer Prozesse. Deshalb verlagern Unternehmen ihre Datensicherung zunehmend in die Cloud. Sie ermöglicht im Ernstfall eine schnelle Wiederherstellung – selbst dann, wenn Ihre eigenen Systeme komplett ausfallen.

Wie diese sogenannte Cloud Disaster Recovery funktioniert, welche Anbieter es gibt und wie Sie die passende Strategie für Ihr Unternehmen entwickeln, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Cloud Disaster Recovery: Das Wichtigste in Kürze

  • Cloud Disaster Recovery (CDR) bezeichnet Strategien und Technologien, mit denen Unternehmen IT-Systeme, Anwendungen und Daten im Katastrophenfall (z.B. Cyberangriffe, Ausfälle oder Naturereignisse) über Cloud-Infrastrukturen wiederherstellen können.
  • Entscheidende Bezugsgrößen bei CDR sind Recovery Time Objective (RTO) und Recovery Point Objective (RPO)
  • Es gibt unterschiedliche Cloud-Disaster-Recovery-Strategien. Grundsätzlich gilt: Je kürzer bzw. geringer RPO und RTO sind, desto höher sind meist die Kosten.
  • Um eine wirkungsvolle Disaster-Recovery-Strategie für Ihr Unternehmen zu etablieren, sollten Sie nach einem klaren Plan vorgehen. Die Wahl des Anbieters, die Art der Bereitstelung und regelmäßige Tests sind die wichtigsten Punkte.
Gut gelaunter Mann mit einem Headset vor einem Notebook.

Microsoft Azure: Back-up, SharePoint und Virtual Desktops

Sichern und archivieren Sie wertvolle Daten jetzt noch einfacher.

Mit Single-Sign-on für IT-Anwendungen und SharePoint-Integration stellen Sie Desktop-Anwendungen jetzt noch schneller bereit.

Und mit dem Azure Virtual Desktop konzentrieren Sie sich auf Strategie und Management – statt um die Verwaltung Ihrer Infrastruktur.

Was ist Cloud Disaster Recovery?

Cloud Disaster Recovery (CDR) bezeichnet Strategien und Technologien, mit denen Unternehmen ihre IT-Systeme, Anwendungen und Daten im Katastrophenfall über Cloud-Infrastrukturen wiederherstellen können – beispielsweise im Fall von Cyberangriffen, Ausfällen oder Naturereignissen.
CDR ist Teil der cloudbezogenen „as-a-Service“-Dienstleistungen. Deshalb ist häufig von Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) die Rede. Gemeint ist damit, dass zentrale Back-up- und Restore-Prozesse als Dienstleistung in der Cloud zur Verfügung stehen, während sie früher im Unternehmen selbst oder in externen Rechenzentren verortet waren.
Es handelt sich somit um eine Kombination aus einer geeigneten Ausfallsicherheits-Strategie und entsprechenden Public-Cloud-Angeboten bzw. DRaaS-Dienstleistungen. Zentrales Ziel ist die möglichst kurzfristige und bei Bedarf vollständige Wiederherstellung wichtiger Unternehmensdaten und -anwendungen im Falle eines Ausfalls.
Im Zusammenhang mit Cloud Disaster Recovery gibt es zwei zentrale Messgrößen:
  1. Recovery Time Objective (RTO): Dies bezeichnet die maximal tolerierbare Zeit, bis betroffene Systeme nach einem Ausfall wieder verfügbar sind.
  2. Recovery Point Objective (RPO): Hierbei geht es um die maximal tolerierbare Datenmenge, die im schlimmsten Fall verloren gehen darf.
Je geringer diese beiden Werte sind, desto weniger Schaden entsteht Ihrem Unternehmen bei schwerwiegenden IT-Ausfällen.

CDR-Strategien im Vergleich

Je nach Verfügbarkeitsanforderungen, Budget und Risikoprofil kommen unterschiedliche Cloud-Disaster-Recovery-Strategien zum Einsatz. Grundsätzlich gilt: Je kürzer bzw. geringer RPO und RTO sind, desto höher sind meist die Kosten.
Das sind die wichtigsten Strategien für Cloud Disaster Recovery:
  • Back-up & Restore: Bei dieser kostengünstigen Basis werden Daten und Systeme regelmäßig in der Cloud gesichert. Im Notfall müssen die Back-ups zunächst wiederhergestellt und die Anwendungen neu gestartet werden.
  • Pilot Light: Bei diesem „Notlicht“-Prinzip laufen zentrale Komponenten der IT-Umgebung permanent in der Cloud. Zusätzliche Ressourcen werden erst im Ernstfall automatisch bereitgestellt.
  • Warm Stand-by: Als aktive Reserve wird beim Warm Stand-by eine verkleinerte, jedoch funktionsfähige Version der Produktionsumgebung permanent in der Cloud betrieben. Im Katastrophenfall lässt sich diese Umgebung schnell auf die erforderliche Leistung hochfahren.
  • Multi-Site: Hier haben Sie maximale Ausfallsicherheit. Produktionssysteme laufen parallel an mehreren Standorten oder in mehreren Cloud-Regionen. Fällt ein Standort aus, übernimmt ein anderer nahezu ohne Unterbrechung.
Funktionsweise
Regelmäßige Datensicherung in der Cloud, Wiederherstellung erst im Notfall
Kernsysteme laufen dauerhaft in der Cloud, zusätzliche Ressourcen werden bei Bedarf aktiviert
Verkleinerte produktive Umgebung läuft permanent in der Cloud
Vollständige Produktionsumgebungen laufen parallel an mehreren Standorten
RTO: Wiederherstellungszeit
Stunden bis Tage
Minuten bis wenige Stunden
Wenige Minuten
Sekunden bis wenige Minuten
RPO: Verlust von Daten der letzten …
Stunden bis Tage
Minuten bis Stunden
Minuten
Nahezu null
Verfügbarkeit
Niedrig bis mittel
Mittel bis hoch
Hoch
Sehr hoch
Komplexität
Gering
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Betriebskosten
Niedrig
Niedrig bis mittel
Mittel bis hoch
Hoch bis sehr hoch
Cloud-Ressourcen im Normalbetrieb
Nur Back-up-Speicher
Minimale Kerninfrastruktur
Teilweise aktive Infrastruktur
Vollständig aktive Infrastruktur
Typische Einsatzszenarien
Archivsysteme, interne Anwendungen
Mittelständische Unternehmens-Anwendungen
ERP-, CRM- oder Produktionssysteme
Finanzdienstleister, E-Commerce, kritische Infrastrukturen
Größter Vorteil
Geringe Kosten
Gute Balance aus Kosten und Verfügbarkeit
Schnelle Wiederherstellung
Maximale Ausfallsicherheit
Größter Nachteil
Lange Ausfallzeiten
Nicht alle Systeme sofort verfügbar
Höhere laufende Kosten
Sehr hoher Betriebs- und Verwaltungsaufwand
Back-up & Restore
Pilot Light
Warm Stand-by
Multi-Site

Vorteile von Cloud Disaster Recovery gegenüber klassischen Back-up-Lösungen

Die Cloud bietet durch Redundanzmechanismen (verteiltes Speichern in mehreren Rechenzentren) mehr Sicherheit als lokale Lösungen. Dadurch gehen Daten bei möglichen Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Bränden im Rechenzentrum oder im Serverschrank nicht so leicht verloren.
Außerdem sind solche DRaaS-Angebote in der Regel einfacher skalierbar: Entscheidet sich ein Unternehmen beispielsweise, mit Big Data zu arbeiten und diesen Datenbestand zu sichern, müssen Sie bei DRaaS lediglich die zusätzlich notwendigen Ressourcen anmieten. Im hauseigenen Rechenzentrum kann für solche Aktivitäten hingegen eine erhebliche Investition nur für die Datensicherung nötig sein.
Die Vorteile von Cloud Disaster Recovery zusammengefasst:
  • Schnelle Wiederherstellung durch automatisierte Prozesse
  • Skalierbarkeit je nach Bedarf
  • Kostenersparnis durch vom Anbieter bereitgestellte Infrastruktur
  • Hohe Verfügbarkeit durch geografisch verteilte Rechenzentren
Hauseigene Back-up- und Disaster-Recovery-Strategien haben natürlich dieselben Ziele wie DRaaS-Lösungen. Sie können in vielen Punkten jedoch nicht mit Cloud-Lösungen mithalten.
Nachteile von lokalen Disaster-Recovery-Lösungen:
  • Ressourcen: Hauseigene DR-Systeme verschlingen oft erheblichen Speicherplatz sowie IT-Ressourcen im Allgemeinen.
  • Performance: Je nach Datenvolumen und zu sichernden Anwendungen kann ein Back-up lange dauern und währenddessen die Performance interner Systeme schmälern.
  • Aufwand: Ist das hauseigene Rechenzentrum von einem Störfall betroffen, kann es passieren, dass das Back-up sich nur mit viel Aufwand wiederherstellen lässt. Ist die letzte Sicherung lange her, ist das Back-up außerdem entsprechend alt und viele Daten sind verloren.
  • Wartungsaufwand: Die dauerhafte Anmietung von Back-up-Storage in einem Rechenzentrum kann erheblichen Aufwand für Wartung und Betrieb verursachen, obwohl die volle Auslastung nicht immer gegeben ist.
Arbeiten am Tablet im Gegenlicht

Jetzt informieren: Vodafone Cloud-Backup für Microsoft 365

Als Cloud-Native-Lösung sichert das Vodafone Cloud-Backup für Microsoft 365 zuverlässig Ihre Office-Daten vor alltäglichen Risiken. Denn jeder Datenverlust kostet Sie wertvolle Zeit und somit Geld. Ihre Vorteile im Überblick:

  • Back-up für alle Microsoft 365-Anwendungen
  • Einfache Suche & schnelle Wiederherstellung
  • Compliance-konform und sicher
Jetzt mehr erfahren

Best Practices für Cloud Disaster Recovery

Um eine wirkungsvolle Cloud-Disaster-Recovery-Strategie in Ihrem Unternehmen zu etablieren, sollten Sie nach einem klaren Plan vorgehen, der mehrere Schritte umfasst.
1. Wahl des Anbieters
Sie sollten genau darüber nachdenken, welchem Anbieter Sie Ihre wertvollen Daten nebst Anwendungen anvertrauen. Viele Software-Hersteller wie Microsoft bieten integrierte Back-up-Lösungen an, die aber vielleicht nicht den Anforderungen Ihres Unternehmens genügen. Hier kann es sinnvoll sein, auf Zusatzangebote wie das Vodafone Cloud-Backup für Microsoft 365 zu setzen.
Am Anfang steht eine detaillierte Risikobewertung sowie die Bewertung möglicher Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb. Firmen, die vorübergehend auf ihre hauseigene IT-Infrastruktur verzichten können, kommen vermutlich mit kostengünstigen und vergleichsweise simplen Back-up-Lösungen zurecht.
Wenn Sie jedoch mit hochverfügbaren Industrieanwendungen oder mit Medizintechnik arbeiten, sollten Sie andere Prioritäten setzen. Ausfälle sollten IT-seitig umgehend behoben werden – idealerweise, ohne dass die Anwender:innen es merken.
Achten Sie bei der Wahl Ihres Back-up-Partners und der zugehörigen Cloud unbedingt auf diese Aspekte:
  • Sicherheit und Verschlüsselung, sowohl in der Cloud als auch auf dem Übertragungsweg
  • Compliance (beispielsweise nach ISO 27001)
  • Skalierbarkeit
  • Zuverlässigkeit (Verfügbarkeitsgarantien)
  • Standort und Anbindung (Konnektivität)
  • Sicherungshäufigkeit bzw. DR-Bereitstellungsart
2. Art der Bereitstellung
Die Bereitstellungsart ist oftmals entscheidend für Ausfallzeiten und somit mögliche Umsatzverluste. Hier unterscheidet man zwischen kalter, warmer und heißer Disaster Recovery:
  • Kalte (Cold) DR bedeutet in der Regel das Speichern von Daten oder Images von virtuellen Maschinen. Eine Wiederherstellung ist vergleichsweise zeitaufwendig und Daten können verloren gehen. Die Lösung ist aber meist kostengünstig, solange es nicht zu echten Katastrophen kommt bzw. Ausfälle vergleichsweise leicht verkraftbar sind.
  • Warme (Warm) DR bezeichnet eine doppelte Datenhaltung mit replizierten Anwendungen bei einem DRaaS-Anbieter, jedoch ohne entsprechende parallele Ressourcen bzw. echten Parallelbetrieb. Im Fall der Fälle kann das DRaaS-System aber durch Starten entsprechender virtueller Maschinen und IP-Forwarding recht zügig in Betrieb gehen und das betroffene System ersetzen.
  • Heiße (Hot) DR umfasst einen Parallelbetrieb von Daten und Anwendungen am Firmenstandort sowie an einem separaten Cloud-Standort. Sollte es im Kernsystem zu Ausfällen kommen, übernimmt das Cloud-System meist reibungslos den Betrieb. Anwender:innen bekommen von der Problematik im Idealfall gar nichts mit.
Cloud Disaster Recovery mit unterschiedlichen Replikationsgraden
Cold DR
z.B. 1 × täglich
Kostengünstig, flexibel und leicht zu implementieren
Datenverlust für die Zeit seit dem letzten Back-up, Restrisiken durch Back-up-Fehler, lange Ausfallzeiten möglich
Warm DR
Fortlaufend, jedoch kein Parallelbetrieb
Sicherer als Cold DR, flexibel und mit endlichem Aufwand umsetzbar
Aufwendiger und kostenintensiver, gewisse Ausfallzeiten möglich
Hot DR
Fortlaufend im Parallelbetrieb
Sicherste Alternative, besonders transparent für Anwender:innen
Vergleichsweise teuer und in der Umsetzung mitunter kompliziert
Grad der Bereitstellung
Vorteile
Nachteile
3. Disaster-Recovery-Test
Ein Disaster-Recovery-Test ist eine geplante Überprüfung, bei der Unternehmen die aktuelle Wiederherstellungsstrategie praktisch durchspielen. Dabei testen sie gemeinsam mit dem Anbieter, ob sich Systeme, Daten und Prozesse im Ernstfall wie vorgesehen wiederherstellen lassen. Der Test soll überprüfen und sicherstellen, dass die definierten Werte für RTO und RPO eingehalten werden und das gesamte Unternehmen im Notfall handlungsfähig bleibt.

Fazit: Cloud Disaster Recovery kann für Unternehmen überlebenswichtig sein

Cyberangriffe, Hardware-Defekte, Stromausfälle oder Naturereignisse können Geschäftsprozesse innerhalb kürzester Zeit zum Stillstand bringen. Für Unternehmen ist es daher essenziell, Daten nicht nur zu sichern, sondern auch einen klaren Plan für deren schnelle Wiederherstellung zu haben. Cloud Disaster Recovery bietet hierfür eine leistungsfähige und flexible Lösung, da Daten und Systeme unabhängig von der eigenen Infrastruktur verfügbar bleiben und sich im Ernstfall zügig wiederherstellen lassen.
Welche Strategie die richtige ist, hängt vor allem von Ihren individuellen Anforderungen an Verfügbarkeit, Wiederherstellungszeit (RTO) und Datenverlust (RPO) ab. Die Strategie Back-up & Restore ermöglicht einen kostengünstigen Einstieg. Die Konzepte Pilot Light, Warm Stand-by und Multi-Site bieten deutlich kürzere Ausfallzeiten und höhere Ausfallsicherheit – allerdings zu entsprechend höheren Kosten. Sie sollten deshalb regelmäßig prüfen, welche Folgen ein IT-Ausfall für Ihr Geschäft hätte, um Ihre Disaster-Recovery-Strategie daran ausrichten.
Letztlich sollte Cloud Disaster Recovery für Sie keine reine IT-Maßnahme sein, sondern ein zentraler Baustein Ihres Risikomanagements sowie Ihrer Business Continuity. Wenn Sie Prozesse und Wiederherstellungsabläufe für Ihre Systeme frühzeitig planen und regelmäßig testen, können Sie im Ernstfall Ausfallzeiten minimieren, finanzielle Schäden begrenzen und die Handlungsfähigkeit Ihres Unternehmens sichern.
Gut gelaunter Mann mit einem Headset vor einem Notebook.

Microsoft Azure: Back-up, SharePoint und Virtual Desktops

Sichern und archivieren Sie wertvolle Daten jetzt noch einfacher.

Mit Single-Sign-on für IT-Anwendungen und SharePoint-Integration stellen Sie Desktop-Anwendungen jetzt noch schneller bereit.

Und mit dem Azure Virtual Desktop konzentrieren Sie sich auf Strategie und Management – statt um die Verwaltung Ihrer Infrastruktur.

Cloud Disaster Recovery: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das könnte Sie auch interessieren:
Cloud & Hosting

Cloud-based Back-up

Mit einem Cloudbasierten Back-up speichern Sie Ihre geschäftlichen Daten ganz komfortabel in der Cloud. Damit sichern Sie sich zugleich zahlreiche Vorteile: vom professionellen Cyberschutz durch den Cloud-Anbieter bis hin zur einfachen Skalierbarkeit Ihres Speicherplatzes.

Digitalisierungsberatung

Die Beraterinnen und Berater helfen Ihnen kostenlos und unabhängig bei praktischen Fragen und geben konkrete Tipps. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin um Ihr Anliegen zu besprechen.

Termin vereinbaren